Die verbreitetsten Irrtümer rund ums Arbeitsrecht

Das Arbeitsrecht umfasst ebenso klare Regeln wie interpretationsbedürftige Absätze, deren genaue Auslegung durch auch als Richterrecht bezeichnete Urteile erfolgt. Das Arbeitsrecht umfasst ebenso klare Regeln wie interpretationsbedürftige Absätze, deren genaue Auslegung durch auch als Richterrecht bezeichnete Urteile erfolgt. Irrtümer hinsichtlich der Bestimmungen im Arbeitsrecht unterlaufen Arbeitnehmern ebenso wie Arbeitgebern. Einige Fehlannahmen sind extrem weit verbreitet, während andere Irrtümer leicht aufgeklärt werden können oder in einem Unternehmen mit Betriebsrat gar nicht vorkommen sollten.

Erkrankungen sind der häufigste Gegenstand von Irrtümern im Arbeitsrecht

Die mit Abstand meisten Irrtümer im Arbeitsrecht drehen sich um Erkrankungen. Nicht selten finden sich in Arbeitsverträgen mit Aushilfen Klauseln, wonach diese keinen Anspruch auf die gesetzliche Lohnfortzahlung im Krankheitsfall hätten. Eine solche Vereinbarung ist jedoch gesetzeswidrig und somit ungültig. Auch Aushilfen haben einen Rechtsanspruch auf die Lohnfortzahlung bei Krankheit und auf bezahlten Urlaub.

Arbeitnehmer wissen oft nicht, was ihnen erlaubt ist, wenn sie arbeitsunfähig krank sind. Sie dürfen alles unternehmen, was ihrer Gesundheit dient. Wer alleine wohnt, darf während der Erkrankung zu Verwandten, Freunden oder dem Partner ziehen, wenn die in der jeweiligen Wohnung mögliche Pflege gesundheitsfördernd ist. Informationen zu diesem Thema finden Sie auch in diesem Artikel.

Entgegen der Ansicht vieler Arbeitnehmer darf der Arbeitgeber allerdings durchaus verlangen, dass ein Attest bereits am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit vorgelegt wird.

Missverständnisse um mögliche Arbeitgeberkündigungen

Der zweite Fall der häufigen Missverständnisse betrifft die Kündigung durch den Arbeitgeber. Für eine verhaltensbedingte Vertragskündigung sind entgegen einer häufigen Annahme nicht zwingend drei Abmahnungen erforderlich. Tatsächlich reicht eine einzige Abmahnung bereits aus, sofern diese wegen desselben oder eines ähnlichen Sachverhalts wie die geplante Entlassung erfolgt ist. Falls aber auch Arbeitgeber dem Irrtum unterliegen und regelmäßig erst nach drei Abmahnungen kündigen, entsteht hieraus leicht eine betriebliche Übung.

Die Vereinbarung, dass Überstunden unbegrenzt mit dem Gehalt abgegolten sind, ist grundsätzlich nur bei leitenden Angestellten und bei Arbeitnehmern mit einem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze wirksam. Auch hinsichtlich des Urlaubs existieren Missverständnisse. Familien werden zwar vom Gesetzgeber besonders geschützt, dennoch soll der Arbeitgeber auch dem Partner einer Alleinerziehenden die Möglichkeit zum gemeinsamen Urlaub gewähren.

Was tun, wenn der Arbeitgeber auf seinem Irrtum beharrt?

Manche Arbeitgeber beharren hartnäckig auf ihren Irrtümern bezüglich des Arbeitsrechts und lassen sich auch von einem Hinweis durch den Betriebsrat nicht überzeugen. In diesem Fall finden Arbeitnehmer Hilfe z. B unter anwalt-arbeitsrecht-online.de. Da im Arbeitsrecht in der ersten Instanz jede Partei ihre Kosten selbst trägt, wenden sich Arbeitnehmer wegen der Kostenübernahme an ihre Gewerkschaft.

 

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