Devisenhandel: „Währungskrieg“ lässt Händler auf ein gutes Jahr hoffen

Experten rechnen in diesem Jahr mit Turbulenzen am internationalen Devisenmarkt – häufig auch als Forex (Foreign Exchange Market) bezeichnet.




Die expansive Geldpolitik der Zentralbanken im US-$-, Euro- und Yen-Raum lässt viele einen internationalen Währungskrieg befürchten. Mit einem Tagesumsatz von rund vier Billionen Dollar ist der Forex der weltweit größte Finanzmarkt. Er beeinflusst auch die realwirtschaftliche Entwicklung in anderen Bereichen.

Droht ein Abwertungswettlauf?

Die Ursachen der Geldmengenerweiterung liegen vor allem in der internationalen Schulden- und Finanzkrise sowie in Versuchen, die Wirtschaft anzukurbeln. So verfolgt die Europäische Zentralbank angesichts der Euro-Krise bereits seit längerem einen expansiven Kurs, um die Banken im Euro-Raum mit genügend Liquidität zu versorgen, auch der Aufkauf von Schulden krisengebeutelter Euro-Länder stellt eine Geldmengenerweiterung dar. Die USA setzen auf eine Politik des leichten Geldes, um ihre Wirtschaft zu stimulieren. Die US-Notenbank Fed finanziert überdies über Anleihekäufe einen Gutteil des US-Staatdefizits. Kürzlich hat Japan eine Schwächung seiner Währung angekündigt, um seine internationale Wettbewerbsposition zu verbessern. Ein Ende der geldpolitischen Lockerungen scheint nicht in Sicht. Nicht wenige sehen die Gefahr eines Abwertungswettlaufs zwischen wichtigen Währungen – mit möglichen Negativwirkungen für den freien Welthandel.

Spielräume für Spekulation und Handel

Vor diesem Hintergrund stehen Währungen von Schwellenländern vielfach unter Aufwertungsdruck. Da viel Kapital in diese Länder mit rentierlichen Anlagen fließt, sind ihre Währungen gefragt. Manche Zentralbanken dieser Länder sahen sich in letzter Zeit bereits zu Interventionen am Devisenmarkt genötigt, um eine zu starke Aufwertung zu bremsen. Für den internationalen Devisenhandel verheißt dies wachsende Umsätze. Denn angesichts der vielen Bewegungen und Gegenbewegungen dürfte der Handel mit Währungen in diesem Jahr zunehmen. Davon profitieren Händler – unabhängig von der Richtung von Währungsentwicklungen. Schwankungen auf den Devisenmärkten eröffnen Spielräume für Spekulationen oder machen zusätzliche Absicherungen notwendig, sie bedeuten jedenfalls mehr Devisentransaktionen und damit mehr Umsatz. Nichts wirkt hier lähmender als stabile Wechselkurse.

Steigende Marktdynamik in diesem Jahr

Die weitere Entwicklung ist derzeit nur schwer zu prognostizieren. Letzthin konnte sogar der im vergangenen Jahr so krisengeschüttelte Euro sich gegenüber wichtigen Währungen wieder stabilisieren. Nur eines ist sicher: Bewegung wird den internationalen Devisenmarkt 2013 prägen. Weiter Infos finden Sie unter www.finanzwirtschafter.de/.

Bild: Atelier W. – FotoliaSimilar Posts:

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