Die Herrschaftsform Monarchie

Wien bei NachtÜber Jahrtausende hinweg war die Monarchie die am häufigsten anzutreffende Herrschaftsform. In einigen Ländern der Erde findet man heute noch die Monarchie vor. Sie wird allerdings nicht mehr so intensiv betrieben, wie es früher der Fall war. Das Volk hat in vielen Dingen ein Mitbestimmungsrecht.

Der Begriff

Der Begriff Monarchie ist eine Zusammensetzung aus den griechischen Worten monos für ein und archein für herrschen. Es ergibt sich dementsprechend der Begriff Alleinherrschaft. In einer Monarchie gibt es ein Staatsoberhaupt. Allerdings fallen die Machtbefugnisse desselben unterschiedlich aus. In der parlamentarischen Monarchie hat das Staatsoberhaupt fast keine Befugnisse, es dient lediglich der Repräsentation des Landes. In der konstitutionellen Monarchie setzt die Verfassung den Befugnissen des Staatsoberhauptes Grenzen und in der absoluten Monarchie übt das Staatsoberhaupt die alleinige Befehlsgewalt aus. Eine wesentliche Unterscheidung erfährt die Monarchie durch die Einteilung in Erb- und Wahlmonarchie. Beide Arten sind bereits sehr alt, aber es wird vermutet, dass die Wahlmonarchie deutlich älter als die Erbmonarchie ist. Der Grund liegt darin, dass die Gefahr von Bürgerkriegen bei der Erbmonarchie erheblich größer war als bei der Wahlmonarchie. Die Wahlmonarchie gibt es aktuell in Malaysia und in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Kelten und Germanen

Selbst die Germanen und Kelten lebten nach der Wahlmonarchie. Charakteristisch war hier, dass die Häuptlinge zwar aus einflussreichen Familien innerhalb des Stammes kamen, verstarb aber der amtierende Häuptling, gab es für die Nachkommen keine Garantie, dass sie automatisch diesen Titel erbten. Der neue Anführer wurde gewählt. Dafür waren von Stamm zu Stamm verschiedene Rituale bekannt. Erst die Christianisierung setzte der Wahlmonarchie ein Ende. Fortan herrschte die Zeit der Erbmonarchie. Während die Wahlmonarchie gewisse Grundzüge der Demokratie beinhaltete, waren diese bei der Erbmonarchie so gut wie gar nicht zu finden. Die Macht wurde durch einen zumeist Adligen ausgeübt. Verstarb dieser, wurde die Stelle durch einen Nachkommen aus dem gleichen Geschlecht besetzt. Auf Eignung und Können zur Führung eines Volkes wurde bei der Erbmonarchie keinen Wert gelegt.

Verschiedene Formen

Durch die Entstehung des modernen Staates in der Neuzeit bildeten sich in Europa drei Formen der Monarchie. Es sind die bereits oben genannten Formen – absolute, konstitutionelle und parlamentarische. Die Grundsätze der absoluten Monarchie fasste der Sonnenkönig Ludwig XIV. in einem Satz zusammen: Der Staat, das bin ich! Die absolute Monarchie ist in der Gegenwart kaum durchsetzbar. Irgendwann gipfelt sie entweder in eine Republik oder in eine Demokratie. Die absolute Monarchie wird derzeit unter anderem in Brunei, Swasiland, Saudi-Arabien und Vatikanstadt praktiziert. Die konstitutionelle Monarchie ist eine moderne Form der absoluten Monarchie. Sie zeigt gewisse Züge, dass die absolute Herrschaft eines Einzigen nicht unbedingt gleichbedeutend mit Unantastbarkeit sein muss. Das Deutsche Kaiserreich von 1871 bis 1918 war beispielsweise eine konstitutionelle Monarchie. Die konstitutionelle Monarchie ist in ihrer reinen Form heute kaum mehr zu finden. Die meisten Monarchien werden als parlamentarische Monarchie ausgeübt. In Europa ist die parlamentarische Monarchie beispielsweise in Dänemark, Norwegen, Schweden und Spanien zu sehen. In der parlamentarischen Monarchie sind Regierung und Parlament für die Staatsgeschäfte zuständig. Der Monarch selbst hat auf diese keinen Einfluss. Es ist ihm weiterhin nicht möglich, die Regierung abzusetzen, wie es bei der konstitutionellen Monarchie der Fall ist.

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