Die Grundzüge der Aristokratie

AristokratieDie Aristokratie bezeichnet die Herrschaft einiger Weniger, die nach bestimmten Kriterien ausgewählt wurden. In der Vergangenheit war das Hauptkriterium natürlich die Zugehörigkeit zum Adelsgeschlecht, aber es gab auch einige andere Voraussetzungen, die einem zum Aristokraten prädestinierten.

Lehren des Aristoteles

Die Aristokratie geht weitestgehend auf die Lehren des Aristoteles zurück. Die Aristokratie sieht vor, dass nur die Besten die Herrschaft ausüben dürfen. Das hört sich auf einer Seite recht interessant an. Immerhin können uns die Besten ja dazu verhelfen, dass es uns gut geht, geschichtlich gesehen sind aber die Aristokraten nicht immer diejenigen, die etwas gut können. Aristoteles sah in der Aristokratie diejenigen als Herrscher, die sich durch Tugendhaftigkeit und Tüchtigkeit auszeichneten. Weiterhin kann Aristokratie nach Aristoteles aber auch bedeuten, dass einige wenige die Herrschaft an sich gerissen haben und nunmehr die Macht ausüben.
Weitere Formen der Aristokratie sind die Ritter- bzw. Adelsaristokratie, die Städtearistokratie und die Priesteraristokratie. Wie man diesen Namen bereits entnehmen kann, sind hier Personen mit der Machtausübung betraut, die sich zum großen Teil durch ihre Verdienste einen hohen Rang erarbeiten konnten. Dass häufig ebenfalls Intrigen und Kämpfe für die Vormachtstellung verantwortlich waren, steht auf einem anderen Blatt.

Unterschiedliche Auslegung

Die Auslegung der Aristokratie kann nicht festgeschrieben werden. Jeder Mensch verbindet damit etwas anderes. Das ließ sich in der Vergangenheit nur allzu oft beobachten. Die verschiedenen Völker legten die Aristokratie in unterschiedlichem Sinne aus. Wer bei den Griechen ein Aristokrat war, der hatte eine göttliche oder heroische Abstammung vorzuweisen. Im Römischen Reich dagegen war man ein Aristokrat aufgrund seines politischen Erfolges. Bei der Ritter- und Adelsaristokratie hatte man nur Zugang, war man ein Ritter oder Adliger. Erfolge spielten hier keine Rolle. Allein der Titel war ausschlaggebend dafür, dass man sich als Aristokrat bezeichnen konnte. Ebenso verhielt es sich bei der Bürger- und Priesteraristokratie. Wie man aus diesen Begriffen unschwer ableiten kann, war man ein Aristokrat, gehörte man diesem Personenkreis an.

Definition

Die Aristokratie beschäftigte viele Gelehrte in der Vergangenheit. Platon etwa definierte die Aristokratie dahingehend, dass diese Herrschaftsform das Gemeinwohl in den Vordergrund stellt und die Besten der Gesellschaft in diesem Sinne die Herrschaft zum Wohle der Bevölkerung ausüben. Aristoteles war ein Schüler Platons, der die Idee seines Lehrmeisters weiterentwickelte. Außerdem befasste sich der griechische Historiker Polybios mit der Aristokratie.
Die Überleitung der Aristokratie in die Neuzeit gelingt recht leicht, denn im Grunde genommen unterscheidet sich die Demokratie kaum von der Aristokratie. Auch hier bestimmen einige Wenige über das Wohlergehen des Volkes. Hier muss man allerdings unterscheiden, ob es sich wirklich um eine Aristokratie handelt oder ob es eher eine Oligarchie ist. Fakt ist, dass die Aristokratie als Verfassungsbestandteil in vielen aktuellen Herrschaftsformen zu finden ist. Auf die Demokratie projiziert kann man die Aristokratie darin sehen, dass die vom Volk gewählten Vertreter Aristokraten sind. Sie wurden quasi durch die Wahl als die Besten des Volkes ausgezeichnet und haben das Vertrauen erlangt, sich um die Belange der Bevölkerung zu deren Gemeinwohl zu kümmern. Daher ist es nicht von der Hand zu weisen, dass die Aristokratie in unserer Gesellschaftsform nach wie vor präsent ist. Die Aristokratie ist zudem nicht nur in der Demokratie zu finden, sondern auch in vielen weiteren Herrschaftsformen.

Foto: Erica Guilane-Nachez – FotoliaSimilar Posts:

,